Die Wiedervereinigung Deutschlands

Die Deutsche Wiedervereinigung fand 1990 statt, nachdem es ab Mai 1989 immer wieder zu Protestmärschen kam, die das DDR-Regime mit der Zeit immer weiter schwächten. Am Ende dieses Prozesses stand die Wende, die aus der BRD und der DDR einen Staat machte und auch dazu führte, dass die ehemals geteilte Stadt Berlin wieder zu einer Stadt wurde. Den Anfang vom Ende des DDR-Regimes läutete die Entfernung des Grenzzauns um Ungarn ein, die dazu führte, dass zahlreiche DDR Bürger über Ungarn in die BRD und nach Österreich flohen. Zusammen mit den immer stärker werdenden Protesten in der DDR führte das schließlich dazu, dass die Reisebeschränkungen für DDR Bürger aufgehoben wurden. Am 18. März 1990 fanden die ersten freien Wahlen in der DDR statt und danach nahmen die beiden deutschen Staaten Verhandlungen über die Vereinigung beider Staaten auf.

Einigung oder Wiedervereinigung?

Auch wenn im allgemeinen Sprachgebrauch oft von einer Wiedervereinigung gesprochen wird, ist im offiziellen Sprachgebrauch von einer Deutschen Einigung die Rede, da es in der Geschichte Deutschlands bereits mehrere Wiedervereinigungen gab. Gegen das Wort Wiedervereinigung spricht, dass Deutschland nach dem Prozess nicht aus dem gleichen Gebieten bestand, aus denen es vor der Trennung bestanden hatte. Einige Gebiete, die vor dem Krieg zu Deutschland gehört hatten, mussten nach dem Krieg abgetreten werden. Der deutsche Staat nach der Einigung hatte in dieser Form noch nie bestanden und deshalb wird es als allgemein richtiger angesehen von der Einigung zweiter Staaten zu einem neuen Staat zu sprechen. Heutzutage werden solche Definitionsprobleme dadurch umgangen, dass man den ganzen Prozess und seine Resultate als die Wende bezeichnet.

Am Ende stand die Wende

Abgeschlossen wurde der Prozess offiziell am 3. Oktober 1990 um 0:00 Uhr. An diesem Tag trat die DDR der Bundesrepublik Deutschland bei, die nun fünf neue Bundesländer hatte: Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Thüringen. An diesem Tag wurde auch die Vereinigung von Ost und West Berlin zu einer Stadt vollzogen. Seit dem wird am 3. Oktober auch der deutsche Nationalfeiertag “Tag der deutschen Einheit” gefeiert, der die jeweiligen Nationalfeiertage der beiden Länder ersetzte.

Befürchtungen wegen der Einigung

Die Einigung der beiden deutschen Staaten wurde im Ausland nicht ohne Sorge gesehen, wobei nur wenige Staaten dieser Sorge auch öffentlich Ausdruck verliehen. Im Allgemeinen hatte man nichts gegen einen demokratischen ostdeutschen Staat, allerdings befürchtete die englische Premierministerin Thatcher, dass eine Vereinigung den sowjetischen Präsidenten schwächen könnte. Dadurch könnte es zu einem Wiedererstarken reformfeindlicher Kräfte in der Sowjetunion und möglicherweise zu einem zweiten Kalten Krieg kommen. Ähnlich sah man die Lage in Frankreich. Beide Länder erkannten an, dass eine Vereinigung beider deutscher Staaten am Ende unumgänglich war, sie sollte aber sehr viel langsamer erfolgen, als es am Ende dann geschehen ist. Auch andere europäische Länder standen der Vereinigung skeptische gegenüber und fürchteten die wirtschaftliche und militärische Macht eines großen und starken deutschen Staates. Die USA hingegen hegten keinerlei solcher Befürchtungen und wollten nur, dass das vereinigte Deutschland Mitglied der NATO bleibt, damit diese nicht gespalten wird, denn eine Neutralität Deutschlands hätte unter anderem den Abzug aller amerikanischen Truppen aus dem Land bedeutet.

Foto: Liona Toussaint

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